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Der Postbote im Sommerregen
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Der Postbote im Sommerregen

3 Min. Lesezeit

Ein plötzliches Sommergewitter zwingt den durchnässten 25-jährigen Postboten in Vickys Wohnung. Nasse Kleidung, tropfende Haut und eine Frau, die genau weiß, wie man einen jungen Mann mit Blicken und Worten langsam auseinandernimmt. Was als Höflichkeit beginnt, wird schnell zu einem Spiel aus Nähe und unausgesprochener Gier.

Der Postbote im Sommerregen
Nur für Mitglieder

Der Sommer lag wie eine nasse Decke über der Straße, als Vicky die Tür öffnete. Der junge Mann stand da, komplett durchnässt. Sein dunkelblaues Hemd klebte an den Schultern und der Brust, die Hose zeichnete jede Linie seiner Beine ab. Tropfen liefen ihm von den Wimpern über die Wangen und tropften von seinem Kinn.
„Entschuldigung“, keuchte er und hielt das nasse Paket hoch. „Das musste noch raus. Und dann ist dieses Unwetter…“
Vicky lehnte sich gegen den Türrahmen und ließ sich Zeit. Mit sechzig hatte sie gelernt, nicht zu hetzen. Ihre Augen glitten langsam über ihn – vom nassen Haar über den durchscheinenden Stoff bis hinunter zu den Schuhen, die schon kleine Pfützen bildeten. Sie lächelte, und in diesem Lächeln lag etwas, das er nicht einordnen konnte.
„Komm rein. Du siehst aus, als würdest du jeden Moment einen See bilden.“
Er zögerte nur eine Sekunde. Dann trat er ein. Der Geruch von warmem Regen, Haut und etwas Metallischem erfüllte den Flur. Vicky schloss die Tür hinter ihm, während draußen der Donner rollte und der Regen gegen die Fenster peitschte.
„Handtuch?“, fragte sie und verschwand kurz. Als sie zurückkam, trug sie ein dünnes weißes Sommerkleid, das an den Schultern rutschte und bei jeder Bewegung die Konturen ihres Körpers durchschimmern ließ. Sie reichte ihm das Handtuch und blieb stehen, nah genug, dass sie die Wärme spürte, die von ihm ausging.
Er tupfte sich das Gesicht ab, den Nacken, die Kehle. Vicky beobachtete jede Bewegung.
„Du bist nass bis auf die Haut“, stellte sie fest. Ihre Stimme war ruhig, fast beiläufig, aber darunter lag etwas anderes. „Zieh das Hemd aus. Ich hänge es über die Heizung.“
Er sah sie an. Einen Moment lang lag Unsicherheit in seinen Augen – dann ein Funke. Langsam knöpfte er auf. Das nasse Hemd fiel von seinen Schultern. Vicky nahm es entgegen, und ihre Finger strichen absichtlich über sein Handgelenk, dann über den Unterarm. Warm. Lebendig. Sie spürte, wie er leicht zitterte.
„Du bist ziemlich frech für eine Frau, die gerade einen fremden Mann auszieht“, murmelte er heiser.
Vicky lachte leise, ein tiefes, dunkles Lachen. „Frech ist untertrieben. Erfahrungsreich trifft es besser.“
Sie hängte das Hemd auf und kam zurück. Der Regen trommelte gegen die Fenster. Im Halbdunkel des Wohnzimmers standen sie einander gegenüber. Sein Oberkörper war noch feucht, kleine Tropfen liefen über die Brust und den Bauch. Vicky hob die Hand und wischte einen davon mit dem Daumen fort – langsam, von der Mitte der Brust nach unten. Sie blieb einen Moment stehen, die Fingerkuppen auf seiner Haut.
„Du zitterst“, sagte sie.
„Nicht vor Kälte.“
Der Satz hing schwer zwischen ihnen. Vicky trat einen Schritt näher. Der Stoff ihres Kleides streifte seine nasse Hose. Sie spürte die Wärme, die von ihm ausging, und den leichten Druck seiner Hüfte gegen ihre. Ihre Hand lag immer noch auf seiner Brust. Sie ließ die Finger tiefer gleiten, über die Rippen, bis knapp über den Hosenbund.
„Bleib noch ein bisschen“, flüsterte sie. „Der Regen hört so schnell nicht auf. Und ich… habe gerade niemanden, der mir Gesellschaft leistet. Zumindest niemanden, der so aussieht wie du.“
Er sah sie an, und in diesem Blick lag bereits die Antwort. Draußen krachte der Donner. Drinnen begann etwas ganz anderes zu knistern – heißer, dichter und ohne jede Eile.

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